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Zum 50. Mal fallen Tenor-Berserker, subversive Audio-Agitatorinnen, Elektro-Nerds, wütende Poetinnen, abseitige instand composers, atemberaubende Virtuosinnen und die Legenden und Legendinnen von Morgen in ein kleines Dorf am beschaulichen Niederrhein ein: Es ist Pfingsten, es ist mœrs festival! Ein Weltereignis des Unvorhersehbaren, ein Fest der scharfen Sinne – so manche und mancher blickte danach ein wenig anders auf die Welt und kam im nächsten Jahr noch neugieriger zurück. Was genau vom 21. – 24. Mai 2021 in der Halle, im Festivaldorf, im Park und überhaupt in der ganzen Stadt passiert, wird hier noch nicht verraten, nur so viel: Es wird noch anders, als ihr denkt!

Wir bedauern sehr, dass wir Mariá Portugals Konzert mit Burkhard Beins morgen Abend um 19.30 h im Peschkenhaus absagen müssen. In der aktuellen Situation erschien uns das die bessere Wahl. Mariá und Burkhard wollen trotzdem den Tag morgen nutzen, um etwas zu produzieren. Wir würden uns sehr freuen, wenn sie das publizieren könnten...

Mariá Portugal & Burkhard Beins

Mariá Portugal trifft den Berliner Meisterdrummer Burkhard Beins im Peschkenhaus und dazu gibt’s noch Zeichnungen von Günter Grass!

Mariá Portugal, unser improviser in residence, lädt zum 10. Konzert 2020 ein! Sie folgt ihrer Vorliebe für andere Schlagzeuger und hat mit Burkhard Beins einen Kollegen der Sonderklasse eingeladen. Der Berliner zählt zu den profiliertesten Gestalten im Zwischenreich Neue Musik – Improvisation. Ein Klangforscher und Experimentator, der uns sicher in neue Klangwelten mitnehmen wird.

Wir freuen uns sehr, dass wir wieder zu Gast im Peschkenhaus sein dürfen! Als I-Tüpfelchen kann man nämlich dort eine der letzten Gelegenheiten wahrnehmen, die aktuelle Ausstellung mit Zeichnungen von Günter Grass anzuschauen.

Mariá Portugal & Burkhard Beins
+ Günter Grass, Zeichnungen

Donnerstag, 29.10., 19.30 h
Peschkenhaus
Meerstr. 1
47441 Moers
https://peschkenhaus.de/

Eintritt frei, aber coronabedingt nur mit Anmeldung unter:
info(@)peschkenhaus(.)de

Die quirlige junge Brasilianerin Mariá Portugal, derzeit improviser in residence des mœrs festival, hat einen besonderen Coup auf Lager: Sie holt ihr Trio mit zwei niederländischen Jazzlegenden ins Bollwerk nach Moers!

Jasper van´t Hof wurde schon in den 70ern zum führenden europäischen Keyboarder gekürt. Seine Musik mit ihrem Mix aus Jazz, Fusion, Elektro und schrägen Beats hat nichts von ihrer Energie eingebüßt. Paul van Kemenade ist Saxophonist der Sonderklasse und ungemein fleißig: Fast jedes Jahr publiziert er Einspielungen mit den besten europäischen Improvisatoren. Mit Mariá Portugal fanden die beiden bereits vor einigen Jahren zusammen und veröffentlichten 2017 ihre erste gemeinsame CD.

Freuen wir uns auf ein High-End-Erlebnis am 06. Oktober um 19.30 h im Bollwerk 107 direkt am Moerser Bahnhof. Einlass ist um 19 h, der Eintritt beträgt 15.- (ermäßigt 10.-). Verbindliche Anmeldung wegen der Platzbeschränkungen unter thorsten.toepp(@)moers-festival(.)de.

Der 1940 geborene Komponist Julius Eastman war keiner, der sich anpasste. Als homosexueller Afroamerikaner ging er mit seinen Wurzeln und seiner Sexualität sehr selbstbewusst um, was sich in Titeln wie „Evil Nigger“ oder „Gay Guerilla“ zeigt. Integrität und aufrichtiges Anerkennen der eigenen Identität sind Kern dieser Stücke im Stil der Minimal Music. Kai Schumacher hat nun mit den Pianisten Patricia Martin, Mirela Zhulali, Benedikt ter Braak zwei der bekanntesten Kompositionen auf dem mœrs festival 2020 an vier Flügeln interpretiert. Herausgekommen ist ein zeitgenössischer Klangrausch und eine Hommage an den Komponisten, dessen Werke minimal in der Form, aber maximal im Effekt sind.

Die Aufnahme ist ab sofort bei uns im Shop erhältlich.

Portugal – Nillesen – Gramss

Unser improviser in residence trifft diesmal auf zwei absolute Ausnahmemusiker der reichen Kölner Szene. Etienne Nillesen gilt als Meister des präparierten Schlagzeugs und der reduzierten Avantgarde, der aber auch eher klassische Jazzinterpreten wie Simin Tander begleitet. Sebastian Gramss in nicht nur ein außergewöhnlicher Kontrabassist, sondern auch als Komponist und Bandleader international herausragend. Ein Künstler von seltenem Erfindungsreichtum.

Das Konzert findet am Donnerstag, 24.9. um 19.00 im Café Z im Wallzentrum, Neuer Wall 2-4 statt. Der Eintritt ist frei. Aufgrund der Coronabeschränkungen ist eine Voranmeldung unter thorsten.toepp(@)moers-festival(.)de obligatorisch.

Moers wird Soundtrips-City! Und mit dabei unser aktueller improviser in residenceMariá Portugal.

Soundtrips NRW: Das einzigartige NRW-Netzwerk für Improvisierte Musik macht ab sofort auch in der Grafenstadt Station. Zweimal im Jahr treffen internationale Klangkünstler auf den improviser in residence des mœrs festival und weitere Gäste.

Den Anfang machen dabei die slowenischen Brüder Jošt und Vid Drašler. Sie zeigen eindrucksvoll, was man mit Bass und Schlagzeug alles machen kann, wenn man erst den Rhythmus-Gruppen-Käfig verlässt. Zudem geben die beiden einen spannenden Einblick in die dichte Improvisationsszene des Balkans.
In der zweiten Konzerthälfte treffen die jungen Slowenen auf unsere Stadtmusikerin Mariá Portugal, die aktuell mit ihren Konzerten im Schlosspark ein stets wachsendes Publikum begeistert. Sie bittet noch die junge Ungarin und Wahl-Amsterdamerin Dodó Kis dazu, eine Flötistin von internationalem Rang, die das hiesige Publikum vor allem mit ihrem fulminanten Auftritt beim moers festival 2018 begeistern konnte.

Das spannende Konzert findet am Sa., 12.9. um 20 Uhr im Saal des Alten Landratsamtes statt. Der Eintritt beträgt 12.- (ermäßigt 8.-). Aufgrund der eingeschränkten Zahl der Sitzplätze wird um Anmeldung unter kulturbuero(@)moers(.)de gebeten!

ACHTUNG: Wir können nicht jede Anmeldung beantworten. Wir schreiben Ihnen nur dann, wenn die Veranstaltung ausgebucht sein sollte. Wer also nichts von uns hört, ist angemeldet!

Wetterbedingt findet das Konzert heute im Alten Landratsamt statt. Bitte meldet euch unter kulturbuero(@)moers(.)de an!

Konzertreihe im Park: Mariá Portugal, Gunda Gottschalk und Florian Walter

Am Donnerstag, dem 03.09. um 19.30 h bespielt unser improviser in residenceMariá Portugal zum dritten Mal den Moerser Schlosspark.

Mariá schaut sich weiter um in der NRW-Szene und lädt die Wuppertaler Geigerin Gunda Gottschalk und den Essener Multiinstrumentalisten Florian Walter ein, zwei Großmeister der freien Improvisation.

Mariás Parkkonzerte fallen durch einen sensiblen Umgang mit der Umgebung und ihren Geräuschen, mit Minimallautstärken, die eine tiefe Konzentration beim Zuschauer hervorrufen, und durch Lust am unerhörten Ton aus dem Rahmen. Die spannende Stunde im Park gibt es bei freiem Eintritt. Das Kulturbüro Moers kooperiert hier mit dem mœrs festival.

mœrs festival meets Platzhirsch

Freuen wir uns auf den kommenden Platzhirsch in Duisburg und auf die dortige Begegnung von Emilio Gordoa und Mariá Portugal. Die beiden spielen am kommenden Samstag, 29.8. um 22 h ein hochspannendes Konzept zusammen mit der Performerin Julia Lippoldt und dem venezoelanischen visual artist Luis Negron van Grieken. Für Projekte dieser Art ist die schöne Kirche St. Joseph am Duisburger Dellplatz der ideale Ort.

ACHTUNG: In diesem Jahr sind alle Veranstaltungen des Platzhirsch kostenlos, aber man muss sich anmelden! Infos zum Konzert und zur Anmeldung hier.

Konzertreihe im Park: Mariá Portugal und Carl Ludwig Hübsch

Der Sommer ist die open-air-Zeit, das gilt in diesem Jahr noch viel mehr! Das Kulturbüro Moers hat im Juni eine Konzertreihe mit Events im Schlosspark begonnen, bei denen alle Abstandsregeln leicht erfüllt werden können. Den Auftakt bildete das Probenkonzert des Gospelchors Joyful Voices, es folgten die dreitägige interaktive Klanginstallation „Sound Distancing“ und das musikalische Picknick in Kooperation mit dem Bollwerk 107. Gemeinsam mit dem mœrs festival wird die Reihe nun fortgesetzt: Die improviser in residenceMariá Portugal (Schlagzeug, Gesang) trifft auf den Kölner Tubisten Carl Ludwig Hübsch, mit dem sie sich bereits beim Festival spannende musikalische Momente lieferte.

Los geht es am kommenden Freitag, den 7.8. um 19.30 h (hinter dem Schloss über die Brücke in den Park, dort auf der Wiese). Die Besucherinnen und Besucher werden gebeten, zu den Musikern und untereinander Abstand zu halten. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Fotos von Peter Tümmers und Kurt Rade.

Konzert verpasst? Stream nochmal sehen? Diverse Konzerte gibt es noch bis 02.12.2020 bei arte CONCERT zu sehen. Hier geht's lang!

Mariá ist wieder live! Nach gestreamtem mœrs festival und etlichen youtube-posts will sie wieder echten Menschen begegnen. Und wo geht das besser als im Moerser Schlosspark? Und was klingt besser open air als percussions? Deshalb hat sie für ihr erstes öffentliches Konzert nach dem Lockdown mit Simon Camatta einen weiteren Drummer der Extraklasse eingeladen. Kommt einfach in respektvollem Abstand dazu!


07.07.2020, 19.30 h
Schlosspark
Friedrich-Wintgens-Weg (hinter Schlosstheater bzw. Casa Leonardo)

Heute von 20:06 – 23:51 Uhr: das mœrs festival live bei WDR 3.

Wie könnt ihr euer Ticket zurückgeben oder dem Festival spenden? Hier geht's lang!

Wer spielt wann? Die Antwort gibt es hier zum Herunterladen.

I stream. You stream? We all stream! Das mœrs festival kommt dieses Jahr zu euch! Wo könnt ihr das analoge Super-Livestream-Festival 2020 #vereinzeltversammelt mitverfolgen?

Der Stream startet am Freitag, 29.05.2020 um 14:40 Uhr hier auf unserer Website, bei arte CONCERT und auf unserer Facebook-Seite (steuert dort durch eure Likes den Applaus in der Halle). Jeden Tag bis zu 12 Stunden Super Livestream!

Wie erlebt ihr das moers festival 2020? Sendet uns eure Botschaften vom Balkon, aus dem Garten oder Park… Schreibt in die Kommentare bei Facebook, postet bei Instagram, twittert, sendet uns Fotos, Gedichte oder Videos, schreibt uns eine Mail! #vereinzeltversammelt

Werdet Teil des analogen Super-Livestream-Festivals 2020 auf www.moers-festival.de, arte CONCERT oder Facebook! Macht mit beim Super-Gewinnspiel und räumt den Hauptpreis ab, einmal den mœrschandise-Shop rauf und runter!*

Wie funktioniert das Ganze?

Facebook: Markiert @moersfestival auf eurem Beitrag und nutzt den Hashtag #vereinzeltversammelt. Wichtig: Der Beitrag muss öffentlich gepostet werden, damit wir ihn sehen können.

Instagram: Taggt @moersfestival in eurem Bild oder Video und nutzt #vereinzeltversammelt

Twitter: Markiert @moers_festival und nutzt #vereinzeltversammelt

Per E-Mail: Keine Lust auf Social Media? Schreibt uns an vereinzeltversammelt(@)moers-festival(.)de!


*der Gewinner wird nach dem Festival ausgelost und gewinnt je ein Exemplar jedes Artikels aus unserem mœrschandise-Shop!

„I can't think of any other fest that's previously done this deepest stream on such a scale.“, sagte der britische Journalist Martin Longley (The Guardian) über unser Abenteuer.

Ja, unsere Musiker*innen sind vor Ort, spielen mit echtem Licht auf einer echten Bühne. Werden von Arte concert live gefilmt und in Echtzeit gestreamt. Natürlich nur die Musiker*innen, die hier sein dürfen, die keine Einreiseverbote oder Quarantäneverpflichtungen beachten müssen. Und so sind wir stolz, ein spannendes, überraschendes, echtes mœrs-festival-Programm präsentieren zu können, mit Künstler*innen aus weit über 20 Ländern und von allen Kontinenten. Mit einer stilistischen Vielfalt, die Moers in der globalen Festivallandschaft einzigartig macht.

Seht hier, was es 4 Tage im SUPER LIVE STREAM zu sehen gibt!

Die neue Form des mœrs festival 2020 hat große Begeisterung ausgelöst! Schließlich sind wir eine der ganz wenigen Großveranstaltungen, die momentan stattfinden. Dennoch kursieren immer noch Fragen, Bedenken, Sorgen, Irritationen, Zweifel...

Schaut in unsere FAQs oder sprecht uns direkt an!

Liebe Freund*Innen des mœrs festival,

vielleicht erinnert ihr euch an den letzten Newsletter vom 4. November 2019, als Miss Unimoers der durch’s All treibenden Zeitkapsel des mœrs festival über Funk befahl: „TACET!!“ (Stille in der Kapsel – der Schmuggelcommander zieht nervös an seiner Digitalzigarette). „Ich habe seit 1972 schon viel gesehen, gehört und erlebt …“ (pietätvolles Nicken im Cockpit) „… und der gute Mond über Moers hat schon oft mit dem Kopf geschüttelt. Wir befinden uns am Vorabend eines denkwürdigen Ereignisses. Wisst ihr das?“

Nein, das wussten wir nicht. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, was Miss Unimoers natürlich schon wusste. Ständig sprach sie in Rätseln: „new ways to fly!“, „whatever it takes!” oder „müsst alle kommen” und machte kryptische Andeutungen. Jetzt wissen wir alle, was gemeint ist.

Seit wir uns das erste Mal damit konfrontiert sahen, dass nahezu das gesamte kulturelle Leben zum Erliegen kommen würde, ging es uns nie um die Frage, ob mœrs 2020 stattfinden soll, sondern wie.  Als alles Gewohnte aus den Angeln geriet, arbeiteten wir in unserer Zeitkapsel weiter an einem Weg, das Festival zu realisieren und in dieser digitalen Variante so analog und persönlich wie möglich zu machen.

Wir werden nach 48 Festivaljahren neue Wege gehen müssen – als KünstlerInnen, als Organisationsteam, als Publikum, als Fans. Wir werden gemeinsam improvisieren und neue Arten des Miteinanders ausprobieren. Als vereinzelt Versammelte erleben wir gemeinsam die ganze Geschichte des 49. mœrs festival. Die Hilfe vieler KünstlerInnen haben wir, auch unsere Förderer und Medienpartner unterstützen dieses Wagnis.

Und so sieht mœrs 2020 aus:

Zwei Areale, einander gegenüber, in gebührendem Abstand. Dazwischen Kabelkilometer, Starkstrom, blubbernde Geräusche, fahle Schatten werfende Spezialarbeiter mit Schutzanzügen, Werksspione. Auf den leicht erhöhten Arealen immer wieder Klangmagier aus all den Ländern, in denen es noch – oder wieder – Reisefreiheit gibt. Ha! Plötzlich bricht Jubel aus, überschwemmt die begeisterte Menge den Klangbildbrutplatz, bricht durch die Absperrungen! Doch halt, nein, fake, ein Einspieler, der an vergangene Tage erinnert...In einer dunklen Ecke sitzt ein Typ feixend hinterm Mundschutz, mit merkwürdiger Brille und einem Tischlein Elektrisch vor sich. Erleichterung, alle Abstandsregeln werden eingehalten.

mœrs 2020 strengt sich richtig an: lässt Kunst stattfinden, ist letzter Mohikaner, ist Impfstoff, überwindet social distance unter strenger Einhaltung von physical distance, will Mut machen und Menschen verbinden. Kreiert so viel Dialog wie möglich, um ganz nah am anfassbaren Live-Erlebnis zu sein. Also kommt Miss Unimoers 2020 nach Haus und sieht die Festivalhalle in ein gigantisches Fernseh-Live-Konzertstudio umgewandelt. Sie sieht Jacques Palminger als Conferencier, der elegante surreale Minigeschichten erzählt und nebenbei eine Band ansagt. Sie sieht eine hintergründige Licht- und Bühneninszenierung, abgelegen in einer Ecke eine kleine Diskussionsrunde und eine Fachfrau, die zuweilen KollegInnen charmant interviewt. Zwischendrin JournalistInnen, FotografInnen. Und ihr seid die ganze Zeit dabei mit euren Momentaufnahmen, wie ihr mit den Protagonisten in der Halle das Festival teilt, egal ob am Rheinufer, auf der Couch oder in Brooklyn. Und das sehen und spüren auch die MusikerInnen auf der Bühne.

Dafür braucht das Festival eure Hilfe:
Schickt uns Videos, Fotos, Botschaften, die wir im Stream zeigen! Haltet Ersatz-Akkus bereit, schlaft ausreichend vor, deckt euch mit ausreichend Proviant ein, schließt eure Anlage und die besten Kopfhörer an, stellt eine Leinwand im Garten auf ... scattered, we gather! Erzählt uns eure Moers-2020-Geschichte!

So werden wir gemeinsam zum Gegenmittel, das die Sinne weitet und zum Fliegen einlädt. Und 2020 ist Moers wieder der gute Ort, der Vorabend eines denkwürdigen Ereignisses. Aber eigentlich wussten wir das doch, oder?


müsst alle gucken kommen!
Euer
Tim Isfort


P.S. Bleibt mit euren Tickets zuhause, lasst sie euch erstatten oder auch nicht (nähere Infos zu den Möglichkeiten auf unserer Website). Zeigt den KünstlerInnen, dass sie systemrelevant sind und bleibt gesund!

Pfingsten 2020, das 49. mœrs festival, der Vorabend des Jubiläums. Für uns ein ganz besonderes Datum, zu dem wir ein ganz besonderes Programm entwickelt haben. Wir möchten in diesen ungewöhnlichen Zeiten ein Festival präsentieren, das Spaß und Mut macht, den Fokus erweitert und die Menschen zusammenbringt – in welcher Form auch immer das möglich sein wird.

Unter dem Motto new ways to fly ist das Festival wieder unterwegs zu neuen Ufern, Entdeckungen und dem ganz besonderen Sound. 2020 liegt ein Fokus auf Projekten von und mit Frauen. PENG macht Mœrs! Das mœrs festival kooperiert mit dem Essener PENG-Festival und präsentiert mehrere Formationen, in denen die Damen das Sagen haben – auch in der heutigen Szene noch lange nicht selbstverständlich. Außerdem stellen drei international bekannte Improvisatorinnen ihr Projekt 51 % vor. Joëlle Léandre, Maggie Nicols und Silke Eberhard laden jeweils weitere Musikerinnen ein und formieren ein schlagkräftiges Nonett, eine Premiere.

Ein Wiedersehen gibt es mit der charismatischen Camae Ayewa und ihrer Band Irreversible Entanglements, die politisch brisante Lyrics mit energetischem, freiem Jazz verbinden und niemand Geringeren als Archie Shepp als Gast mitbringen. Der 83jährige Altmeister, der einst mit Coltrane spielte und die Geschichte des schwarzen Jazz wie kaum ein anderer prägte, passt mit seiner hellwachen, unbeugsamen Haltung bestens zu dem jungen Quintett.

Nach 31 Jahren dürfen wir Heiner Goebbels wieder begrüßen. Aus einem seiner jüngsten Theaterprojekte entstand Band The Mayfield. Fünf junge Musiker*innen aus vier Ländern improvisieren in einem eigenwilligen, unerhörten Stil. In 49 Jahren erst zum zweiten Mal ist ein Gigant des modernen Jazz in Moers: John Scofield bringt mit Steven Swallow und Bill Stewart zwei Großkünstler zum Festival, die ihn seit Jahrzehnten begleiten.

Der Montag steht ganz im Zeichen von John Zorn. Der New Yorker zeigt zwei aktuelle Kompositionen, die mit der Sopranistin Barbara Hannigan und dem Pianisten Steve Gosling zwei Weltklasseinterpreten finden. Zorn wird außerdem ein unbegleitetes Solo spielen, in einem Schwerpunkt mit dem charmanten Titel „Picasso“. Gemeint ist nicht der Maler, sondern das erste unbegleitete Bläsersolo des Jazz, 1948 von Coleman Hawkins eingespielt. Der Picasso-Spot unterbricht immer wieder das Bühnenprogramm, neben Zorn spielen auch Archie Shepp, Wolfgang Puschnig und andere.

Ein Städtespot liegt in diesem Jahr auf Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Kaÿn Lab spielen eine raffinierte äthiopische Art des Jazz, mit knackigen Rhythmen und jeder Menge Energie. Eine großartige Kooperation hat der norwegische Schlagzeuger Paal Nilssen-Love ersonnen: Seine 14köpfige Large Unit wird um zwei brasilianische und sechs äthiopische Musiker*innen erweitert, darunter der bekannte Tänzer Melaku Belay. Ein brodelnder melting pot, der richtig abgeht.

Auch Künstler*innen aus São Paulo sind wieder in Moers zu Gast. Allen voran natürlich der diesjährige improviser in residence, Mariá Portugal. Sie stellt unter anderem das neueste Projekt ihrer Band Quartabê vor, das tief in die Tradition brasilianischer Musik eintaucht. Schlagzeugkollege Guilherme Kastrup spielt mit seinem Quartett, das heiße tropische Rhythmen mit Jazz und Elektronik verbindet.

Drei große Projekte widmen sich dem Spannungsfeld Neue Musik und freie Improvisation. Der vor 30 Jahren verstorbene, hierzulande fast unbekannte Minimal-Komponist und Performer Julius Eastman wird gleich zweimal in den Blick genommen: die junge amerikanische Band Horse Lords widmet ihm ihr jüngstes Projekt, sozusagen Eastman goes Rock! Vier Pianist*innen um die Folkwang-Professorin Patricia Martin, die einst selbst mit Eastman arbeitete, spielen seine Musik im Original auf vier Flügeln.    

Das weltbekannte Ensemble ChorWerk Ruhr mit seinem Leiter Florian Helgath trifft auf Marc Schmollings Ensemble. Gemeinsam tasten sie sich in Schmollings zarten Kompositionen und Improvisationen vor und kontrastieren diese mit den kühnen Madrigalen von Gesualdo.
28 Musiker*innen bilden Onceim, ein französisches Ensemble für die ganz außergewöhnlichen Projekte. Zu hören sein wird die einmalige Zeitlupenmusik der 88jährigen Komponistin Éliane Radigue, die seit den 1950er Jahren elektronische Musik konzipierte und ihre Erfahrungen und Klangvorstellungen inzwischen auf akustische Instrumente überträgt. Ein feiner, subtiler Klangstrom zum Eintauchen.

Auch das mœrs festival gedenkt des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven. Zwei ganz verschiedene Programmpunkte, natürlich aus Wien, sind dem Meister gewidmet. Wolfgang Mitterer mischt die neun Symphonien zu einem erregenden, witzigen Remix zusammen, über den Moers-Urgestein Wolfgang Puschnig und Herbert Pirker improvisieren. Im Original belässt das Auner Quartett Beethovens Spätwerke und zeigt, wie radikal und modern diese Musik auch heute noch klingt. Für ein weiteres Beethoven-Werk erweitert sich das Streichquartett um junge Musiker*innen des Landesjugendorchesters NRW.

Der Kompositionswettbewerb composer kids wird zum dritten Mal durchgeführt, das mœrs festival freut sich auf viele Einsendungen. Wolfgang Puschnig lässt es sich nicht nehmen, mit der Projektband die Werke der jungen Künstler*innen einzustudieren.


Wir werden improvisieren. Habt Geduld. Lasst Euch überraschen.
New ways to fly
mœrs festival 2020