Han Bennink

"Das letzte Mal habe ich hier beim moers festival im Zelt gespielt, da hat es gewittert und es stank nach Pferd. Das mochte ich sehr.

Aber ich finde auch die neue Halle gut. Im Moment bin ich froh, dass Oscar Jan und ich so ein Super-Set gespielt haben. Ganz konkret, ohne viel Show. Die Leute waren fantastisch. Die haben die Stücke erkannt, von Monk und den anderen."

Foto: Patrick Essex

 

 

 

 

Ava Mendoza

Vor ihrem Auftritt mit Fred Frith's Gravity Band.

Foto: Patrick Essex

 

 

 

Drei Fragen an Oscar Jan Hoogland

Nachts um Viertel vor zwei lief uns auf dem Flur des Festivalhotels der Pianist Oscar Jan Hoogland über den Weg.

 

Was war das schlechteste Hotel, in dem du je gewesen bist?

Paris, Montmartre, in der Gegend um Moulin Rouge. Da gab es Bettwanzen. Das war ganz schön heikel. Prag war auch scheiße.


Wie ist dein Eindruck vom moers festival 2014?

Ich finde es absolut großartig. Heute habe ich mit Arto Lindsay eine Stunde am Tisch gesessen und dann abends im Bus mit den Leuten vom Sun Ra Arkestra Mundharmonika gespielt.


Was trinkst du da?

Nordhäuser Doppelkorn. Wer nach vier noch den Namen weiß, kann sie nicht getrunken haben.

Interview: Manuel Preuten/Foto: Patrick Essex

 

 

 

Stefan Hartmann-Virnich, Klavierstimmer

"Die ursprüngliche Grundstimmung habe ich am Freitagmittag gemacht. Der Flügel kam mit 444 an, das war natürlich extrem hoch, die meisten amerikanischen Ensembles spielen ja mit 441. Das ist so die Idealtonhöhe. Also habe ich erstmal runtergestimmt, dann kam er langsam wieder hoch. Das hat etwa zwei Stunden gebraucht. Vor jedem Konzert, bei dem der Flügel eingesetzt wird, stimme ich nach."

Foto: Patrick Essex

 

 

 

Dr. Borg und der Präsident, Veranstalter des Nozart-Festivals

"Ich komme aus der Generation, wo jeder Peter hieß oder Michael. Der Präsident, das ist so ein Selbstanspruch, das hat mit Drüberstehen und Korrektsein zu tun. Dr. Borg heißt auch Peter. Der Name ist aus einem Buch von Strindberg. So kann man uns unterscheiden."

Foto: Patrick Essex

 

 

 

Kirk Knuffke (Ideal Bread)

Backstage nach dem Auftritt beim moers festival 2014.

Foto: Patrick Essex

 

 

 

Markus, Koch

"Mit Jazz hab' ich nicht so viel am Hut."

Foto: Patrick Essex

 

 

Jaki Liebezeit, Schlagzeuger

Backstage nach seinem Auftritt mit Marcus Schmickler.

Foto: Patrick Essex

 

 

 

Drei Fragen von Johanna Borchert

Wo soll ich denn stehen?

Am besten wäre es hier, vor dem weißen Zelt.


Das mit dem weißen Oberteil vor der weißen Plane ist wahrscheinlich nicht so gut, oder?

Doch, doch, vollkommen okay.


Für was ist denn das?

Das kommt in unsere Rubrik „Behind the Scenes“ auf www.moers-festival.de.

 

Interview: Johanna Borchert/Foto: Patrick Essex

 

 

 

Farid Barron (The Sun Ra Arkestra)

Backstage nach dem Auftritt beim moers festival 2014.

Foto: Patrick Essex

 

 

 

Kevin LeGendre, freier Journalist (Jazzwise, BBC)

"Als ich als Teenager mit dem Jazz in Kontakt kam, da habe ich all diese Aufnahmen gehört. David Murray Live at Moers und die anderen. Es gibt so eine starke Geschichte in Moers. Jetzt erstmals hier zu sein, setzt das alles für mich in einen Kontext."

Foto: Patrick Essex

 

 

 

Sarah Neufeld & Colin Stetson

Backstage vor ihrem Auftritt beim moers festival 2014.

Foto: Patrick Essex

 

 

 

Drei Fragen an Reiner Michalke

Wir trafen den künstlerischen Leiter des moers festival zu einem Gespräch über Musik.

 

Jetzt mal Hand auf's Herz, Herr Michalke, privat hören sie doch auch mal Phil Collins...

 

Interview: Manuel Preuten/Foto: Patrick Essex

 

 

 

Robyn Schulkowsky & Joey Baron

"Keiner von uns hat ein Problem damit, der andere zu sein oder beide oder alle drei."

Foto: Patrick Essex

 

 

Drei Fragen an Stage Manager Ed Greer

Wie sieht dein Job aus?

Wenn das Konzert beginnt, bin ich hinter der Bühne und koordiniere den Aufbau für den nächsten Act. Nach dem Konzert muss der Abbau organisiert werden. Niemand auf der Welt hört dir so schlecht zu wie ein Musiker, der gerade von der Bühne kommt. Aber man muss sie respektieren und gleichzeitig die schützen, die als nächstes spielen.


Du warst zuletzt vor vier Jahren beim moers festival, damals noch im Zelt. Wie klappen die Abläufe in der neuen Halle?

Einige Dinge sind einfacher, andere nicht. Der Platz hinter der Bühne ist nicht unbegrenzt. Am ersten Tag hatten wir die Bassmasse und später die Ricky-Tick Big Band. So viele Leute. Aber egal, welcher Ort und wie viele Künstler: der Job ist immer der gleiche.


Auf einem Festival geht es oft hektisch zu. Wie kommt es, dass du so ruhig wirkst?

Weißt Du, ich habe einfach nicht die Energie, gestresst zu sein. Das wäre doch nur Zeitverschwendung. Mein Job ist es, den Künstlern den Stress zu nehmen und dafür zu sorgen, dass sich jeder wohlfühlt.

Interview: Manuel Preuten/Foto: Patrick Essex

 

 

Hans Schreiber, Leiter des Archivs für populäre Musik im Ruhrgebiet und Radiomoderator

"Nach Moers komme ich seit 1972 jedes Jahr. Im Rückblick waren die ersten Jahre natürlich toll. Damals fing es ja im Schlosshof an und später zog man dann an den See. Ich kann mich erinnern, dass einer nackt mit dem Fahrrad durch den See gefahren ist. Die Atmosphäre war sehr familiär.

Ich freue mich sehr auf Sun Ra, weil das die Musik ist, die uns die ganzen Jahre beschäftigt hat. Ich bezeichne mich als großen Fan der Black Music und freien Avantgarde."

Foto: Patrick Essex

 

 

Kurt Rade, Konzertempfindungsfotograf

Foto: Patrick Essex

 

 

 

Ganz schön viel Holz - Soundcheck mit der Bassmasse

Um das Chaos zu ordnen, braucht es zunächst einmal ein Mikrofon. Sebastian Gramss nimmt es in die Hand und spricht: „Wir stehen nicht in der Mitte. Bitte alle einen Meter weiter nach links.“ 44 Menschen setzen sich in Bewegung. Und mit ihnen 44 Kontrabässe, 44 Bögen und Notenständer, elf Mikrofone. Bereits der Soundcheck lässt erahnen, welche Wirkung diese schwerfällige Masse, einmal in Bewegung gesetzt, knapp drei Stunden später entfalten wird. BASSMASSE heißt das Projekt, das gleich zu Beginn des 43. moers festival die Grenzen des technisch und organisatorisch Machbaren strapaziert.

Hat jeder genug Bewegungsfreiheit? Finden sich ausreichend Leuchten für die 44 Notenpulte? Manches wird gleich auf der Bühne verhandelt. „Wann wird gestimmt?“, fragt jemand. „Wir kommen nicht auf die Bühne und stimmen“, antwortet Gramss. Eine Weile wird diskutiert, bis einer von ganz hinten vorschlägt: „Wie wäre es, wenn wir nur das a stimmen?“ Gramss ist zufrieden. „So machen wir's, Leute!“ Dann gibt Dirigent Rodrigo López Klingenfuß das Signal und die Bassmasse setzt ein.

Zurück zum Anfang: Die Gruppe sucht noch immer die Mitte der Bühne. „Ein bisschen noch“, ruft Sebastian Gramss in den Raum. „Wo ist die Grenze?“ „Es gibt keine Grenzen“, antwortet einer aus der letzten Reihe. Ein würdiger Auftakt für das 43. moers festival.

Text: Manuel Preuten/Foto: Patrick Essex