2007

Pressestimmen

"Seit 2006 hat Moers mit Reiner Michalke einen neuen künstlerischen Leiter. Er wollte "auch zu Pfingsten 2007 wieder eine Momentaufnahme dessen zeigen, was überall auf der Welt an aktueller, improvisierter Musik passiert". Und auch dieses Jahr hat er über 10.000 Menschen damit die Tür zu einer höchst komplexen, artenreichen und subtilen Welt geöffnet, bevölkert von Newcomern und alten Hasen, Legenden und Genies. (...) Allein Auswahl und Reihenfolge der Bands sind Programm. Die Musik nach Stil und Richtung oder die Musiker nach Herkunft oder Ausbildung einzuordnen ist verfehlt. Denn hier wird die Musik in bedingungsloser Hingabe gelebt und erlebt, erforscht, erfunden und experimentiert." Christine Muller / Luxemburger Wort, 01.06.2007

"Bunter, greller, risikofreudiger: Das Festival von Moers ist im 21. Jahrhundert angekommen. Im zweiten Jahr seiner Amtszeit ist dem Kölner Reiner Michalke, künstlerischer Leiter in Moers, ein vor Selbstbewusstsein strotzendes Festival gelungen, das den Zuhörer locker mal durch infernalische Klangorgien schickt und dann wieder zum Tanzen einlädt." Martin Woltersdorf / Kölner Stadt-Anzeiger, 30.05.2007

"Im Jahre zwei der neuen Moers-Zeitrechnung unter der künstlerischen Regie von Reiner Michalke, gab es Musik aus aller Welt, aber kaum Weltmusik, viel Hightech, manchen Hype und zwischen offenkundigem "Retro" und vordergründiger Avantgarde immer auch etwas zu entdecken. (...) Brüche und Kollisionen nimmt er in Kauf, die Polarisierung des Publikums auch." Berthold Klostermann / NRZ, 28.05.2007

"Reiner Michalke versteht es als seine Aufgabe, das "Aktuellste aus aller Welt" zu präsentieren, was die Schnittmenge der musikalischen Improvisationstraditionen zu bieten hat. ... Das führte zwar zu punktuellen Belanglosigkeiten, entwickelt aber über die gesamte Festivaldistanz hinweg eine klare Logik der Vielfalt, die sowohl die Ränder wie auch die Zentren der Szene auf ihre Produktivität hin befragte." Ralf Dombrowski / Süddeutsche Zeitung, 30.05.2007

"Unter Reiner Michalke ist das "Moers Festival" 2006 zu einer neuen Suche nach zeitgenössischen Positionen spontaner Klangproduktion aufgebrochen. Auf diese Weise brachte er 2007 das Kunststück zuwege, ein Nischenprogramm für ein Massenpublikum von 11.000 Besuchern auf die Beine zu stellen. Das grandiose Konzert der Noise-Veteranen Keiji Haino und Merzbow sorgte ebenso für Irritationen wie die Europa- Premiere von Christian Fennesz und Mike Pattons hörenswerten Erkundungen der lyrischen Seiten des Geräuschs." Andreas Felber / Der Standard/Wien, 31.05.2007

"Tatsächlich haben zwei Jahre nach Hennens Ausstieg weder das Festival noch sein aus Köln importierter Leiter so richtig Fuß gefasst. Sie ringen um ein gutes Konzept und die Interpretations-Hoheit über die rückläufigen Besucherzahlen des Moerser Festivals. ... Hennen nimmt das zur Kenntnis und macht dort weiter, wo er 2005 aufgehört hat: Höhepunkt in Walbeck wird das 40-köpfige japanische Shibuza Shirazu Orchestra mit einer Welturaufführung seines Programms. Für Gelderns Bürgermeister Ulrich Janssen steht fest: „Wir sind jetzt Jazz!" "Der Krieg der Jazz Festivals" / Rheinische Post Geldern, 29.05.2007

"Welch' Glücksgriff von Reiner Michalke, dass er mit der japanischen Pianisten Hiromi auch eine junge Virtuosin präsentierten konnte, die ungeniert alles zuvor Gehörte zu einem aberwitzigen Klangabenteuer amalgamierte. ... Versöhnlicher Schlußpunkt eines Programms, das polarisierte wie schon seit Jahren nicht mehr. Doch Reiner Michalkes Konzept klarer Kante scheint aufzugehen, kamen mit über 11.000 Zuhörern doch gut zehn Prozent mehr Besucher als im Vorjahr - und dies trotz der bereits vorab angekündigten Brachial-Kuren." Sven Thielmann / WAZ, 29.05.2007

"Der Zuschauerzuspruch ist ermutigend für das neue Organisationsteam unter Leitung Reiner Michalkes. Der WDR engagiert sich kräftig. Das Programm hält den Erwartungen stand, bietet spannende, sogar bewusstseinserweiternde Momente. ... "Keep your ears oiled and be nice to people": Steven Bernstein hat im CD-Booklet seiner Territory Band die Offenheit beschworen, die Jazz in der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Strömungen der elektronischen Musik, der Vokalkunst und des Pop nötig hat. Moers war eine wichtige Etappe." Rainer Schmidt / Neue Westfälische Zeitung, 30.05.2007

"Die Besucher erlebten ein entspanntes Festival, das besonders straff organisiert war. Der künstlerische Leiter Reiner Michalke hatte bei der Programmgestaltung in diesem Jahr mehr Mut zum Risiko gewagt als noch im vergangenen Jahr: Jazz im herkömmlichen Sinne fand kaum statt. Stattdessen wurden dem Publikum im verkleinerten Zelt diverse Spielarten improvisierter Musik präsentiert." Anja Katzke / Rheinische Post, 29.05.2007