2008

Pressestimmen

„Für ein Wochenende schlägt der Puls einer ganz speziellen Gattung von Musik in einer Kleinstadt am Niederrhein. (...) Hier erneuern nicht nur immer neue Generationen von Besuchern ihre Hörgewohnheiten, hier erneuern sich auch Musiker und bleiben die vier Tage des Festivals als Zuhörer oder performen in Workshops, wie etwa im Dunkelzelt. (...) Fazit: Come and Taste!" (Marc Schreiner / Luxemburger Wort, 22. Mai 2008)

„Vier Tage Sonnenschein am rheinischen Himmel bestätigten dem künstlerischen Leiter Reiner Michalke, dass er mit seinem dritten Jahrgang alles richtig gemacht hatte. Schon unter seinem Vorgänger Burkhard Hennen hatte sich das Moers Festival von dem Anspruch verabschiedet, den Jazz in reiner Lehre oder ganzer Bandbreite zu präsentieren. Es ging viel mehr darum, das Verhältnis zwischen dem Transport traditioneller Jazzwerte und dem Ringen um aktuelle gesellschaftliche Relevanz jedes Jahr neu zu definieren. (...) Am Ende konnten Michalke und das Publikum mit großer Befriedigung auf ein Wochenende zurückblicken, das lange gehegte Fragen zur Krise im Jazz vielleicht nicht abschließend beantwortete, aber diese überfälligen Antworten zumindest in greifbare Nähe rückte." (Wolf Kampmann / Frankfurter Rundschau, 20. Mai 2008)

„In waghalsigen Sprüngen und knackigen Schnitten reihten sich die Programmpunkte des Festivals aneinander, leise gegen laut, akustisch und zerbrechlich gegen elektronisch und massiv, Vertrautes und Unvertrautes, freundlich Verspieltes und erhaben Durchdachtes, klassisch Gesichertes und aufregend Umstürzlerisches - hier funktionierten sogar die härtesten Gegensätze.“ (Stefan Hentz / Zeit online, 13. Mai 2008)

„Neue und traditionelle, laute und leise, streng durchkomponierte und völlig freie Musik - auch im Jahre drei unter der künstlerischen Leitung von Reiner Michalke ist das Publikum erfreulich offen für die musikalischen Wechselbäder und die Wucht, mit der da oftmals die Stile aufeinanderprallen." (Berthold Klostermann / NRZ, 13. Mai 2008)

„Reiner Michalke, der zum dritten Mal als künstlerischer Leiter fungierte, hatte eine ausgeklügelte Mischung aus klanglicher Avantgarde, weltmusikalischen Entdeckungen und tanzbaren Party-Rhythmen entwickelt. (...) Regelmäßig ein volles Zelt, ein begeistertes Publikum für Moers, wie es klingt und tanzt. Wie gewohnt ohne stilistische Berührungsängste, bisweilen gegen den Strom und immer auf der Höhe der Zeit." (Bernd Schuknecht / Rheinische Post, 13. Mai 2008)

„Eine Band wie diese (Supersilent & Terje Rypdal) passt ins Schema des moers festival. Musiker, die Dinge zusammenbringen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören. Wie TYFT um US-Schlagzeuger Jim Black und den isländischen Gitarristen Hilmar Jensson, die in Moers Verstärkung bekamen durch den jungen Trompeter Peter Evans. Munter prallt Indie-Rock auf freien Jazz. Die Battles aus New York lieben lauten Avantgarde-Rock. Das Konzert der Amerikaner remixte anschließend das Punkt-Projekt mit den Initiatoren des gleichnamigen Festivals im norwegischen Kristiansand und den Sprachimprovisationen von Sidsel Endresen. Das Resultat begeisterte die Battles dermaßen, das man sich gegenseitig einlud, miteinander zu arbeiten. Moers als Verknüpfungspunkt für Musiker.“ (Christoph Giese / Jazzthing, Juni/August 2008)

„Was Reiner Michalke, der künstlerische Leiter des moers festival, auf die Bühne des Zirkuszeltes brachte, das war so irritierend wie elektrisierend. Eine Mischung aus poetischen Klängen und brachialen Sounds. Was kein Widerspruch sein muss, wie die norwegische Band Supersilent beim Abschlusskonzert des mit 11.000 Zuhörern gut besuchten Festivals bewies.“ (Sven Thielmann / Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 14. Mai 2008)

„Aber Moers ist alles andere als Quotenkino, denn der Kölner Festivalchef Reiner Michalke bleibt kompromisslos bei der Programmauswahl. Wenn die Abschlussband "Supersilent" mit Alt- Gitarrenmeister Terje Rypdal zum Eingewöhnen ein so massiges Crescendo produziert, dass die Leute mit auf die Ohren gepressten Händen aus dem Zelt stürmen (...) Oder wenn der Macher das explosiv- moderne "Peter Evans Quartet" mit dem virtuosen Namenspatron an einer dauergeblasenen Trompete serviert, dann aber mit dem HipHop- Resteverwerter Dälek den Intellekt der Klientel total unterfordert. All dies sind Spielarten der aktuellen Weltszene, und die ist nun mal ebenso bunt wie extrem. (...) Moers macht es eben niemandem Recht - und das ist vielleicht gut so.“ (Olaf Weiden / Kölnische Rundschau, 14. Mai 2008)

„Die temporäre "Jazzhauptstadt" am Niederrhein generierte zu Pfingsten einmal mehr eine dynamische Welt von Gegensätzen und Brüchen, von Diskurs, Begegnung und Party. Während letzte Räusche ausgeschlafen wurden und viele angereiste Künstler schon wieder in Vormittagsprojekten improvisierten, diskutierten Medienvertreter über die gesellschaftliche Relevanz des Jazz. Wie kann sich der Jazz als weitgefasster Kulturbegriff stärker öffentlich positionieren? Macht dies überhaupt Sinn, wo sich die Kreativität doch gerade in den Nischen zu potenzieren scheint? Ideen liefert Moers genug." (Stefan Pieper / Jazzzeitung, Juni 2008)

“Moers breaks down preconceptions. By avoiding the "J" word, audiences have to deal with the music on its own merits. Young minds are opened to the limitless possibilities of music; and with one of the most diverse and interesting programs on the European festival circuit, Moers gives young audiences plenty to sink their teeth into once they give the music a chance. The ethos of the festival is to open up minds to new and or original music. The result is an event that's put this small town of 109,000 onto the cultural and artistic map of Europe.” (Stuart Nicholson / www.jazz.com, Juni 2008)

„It’s a jazz festival and it’s not a jazz festival; the programme seesaws between many genres but doesn’t compromise on creativity. Historically the festival has has been a sanctuary for free improve. But while continuing its interest in the jazz avant-garde, it’s now completely in tune with these post-modernist times. The bottom line is putting together a line-up that continually challenges audience perceptions. (...) Moers is clearly in the spirit of great jazz festivals, with the sound of surprise around every corner. (Selwyn Harris / Jazzwise, August 2008)

“moers festival keeps embracing the uninhibited. The moers festival offered a crazy quilt of creative music without regard to genre, class or provenance. While honouring its historical base of old-school free jazz (Cecil Taylor, John Zorn, Frode Gjerstad) the festival folded in new jazz adventures such as the brilliant trumpeter Peter Evans, an Ethiopian- inspired Either/Orchestra and the enveloping electronic textures of Supersilent, as well as world, folk, funk and modern classical music.” (Paul de Barros / Downbeat, August 2008)