08.06.2017: Bilanz moers festival 2017

Liebe PressevertreterInnen, 

drei Tage nach dem 46. moers festival ziehen wir eine erste Bilanz. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit von nur sechs Monaten sind Tim Isfort, Claus Arndt und das ganze Team mit dem Verlauf des moers festival 2017 höchst zufrieden. Wie Tim Isfort zu seinem Amtsantritt im Dezember angekündigt hatte, gab es in diesem Jahr unter neuer künstlerischer Leitung und neuer Geschäftsführung einige Änderungen. Darunter waren beispielsweise eine zusätzliche Bühne inmitten des Publikumblocks in der Festivalhalle, ein deutlich erweitertes Angebot an Konzerten und Veranstaltungen außerhalb der Halle sowie die kontroverse Auseinandersetzung mit dem Begriff „Jazz“.

Ein Anliegen von Tim Isfort war es, dem Geist des Festivals nachzuspüren. Dies schlug sich künstlerisch in zwei großen Strängen nieder: dem Programm in der Halle und dem Programm außerhalb der Halle. Beim Hallenprogramm zeigte sich deutlich, dass Moers nach wie vor der Ort für die Suche nach Neuem ist. Musikalisch wurde viel Raum für Unerwartetes geschaffen, wie der künstlerische Leiter herausstellte: „Es gab unheimlich viele tolle Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern aus ganz verschiedenen Genres, die sich gleichermaßen auf die alte und wieder neue Idee von Moers eingelassen haben. Da hatte man eben noch Anthony Braxton die Hand geschüttelt und kurz danach kam Michael Gira von Swans vorbei. Zwei Musiker, die verschiedener nicht sein könnten, aber die beide ganz offen waren“, so Isfort.

Ein weiteres Anliegen war für Isfort die Versöhnung der Moerser mit dem Festival, die er über ein größtenteils kostenloses Zusatzangebot erreichen wollte. Dass dieses Vorhaben glückte, ließ sich nicht nur an den vielen persönlichen Dankesbekundungen, sondern auch an den Besucherzahlen messen. Zu den 8000 Besuchern in der Festivalhalle kamen etwa 5000 Besucher an den zusätzlichen Spielorten in der Innenstadt hinzu. Insgesamt gehen die Veranstalter von gut 30.000 Besuchern auf dem gesamten Festivalgelände aus, was unter anderem dem attraktiver gestalteten Bereich in der Umgebung der Halle zugeschrieben wurde. Die Händler begrüßten den aus Food- und Non-Food-Ständen gemischten Aufbau des Festivaldorfs und die von selbstgebauten Sitzmöbeln umgebene Bühne auf dem Dorfplatz. Auch Geschäftsführer Claus Arndt betonte seine Freude darüber, dass der Platz vor der Festivalhalle wieder ein Ort mit hoher Verweilqualität geworden sei. „Wir hatten das ganze Wochenende über eine phantastische Stimmung im Festivaldorf, und auch Polizei, Feuerwehr, Security und Sanitätsdienst vermeldeten allesamt ein außerordentlich ruhiges und friedliches Pfingstwochenende in Moers“, so Arndt. Michael Schatta vom Sanitätsdienst berichtete, in den vier Tagen habe es zwei akute medizinische Fälle gegeben, die sofort behandelt werden konnten sowie ein umgekipptes Nilpferd – die Darstellerin in der Riesenmarionette der australischen Snuff Puppets habe sich aber nicht verletzt und musste lediglich wieder aufgerichtet werden. Auch der Schlosspark als Bindeglied zwischen Festivalhalle und Innenstadt war in diesem Jahr bespielt, unter anderem mit einer Liedermacherbühne und einer Skulpturenausstellung renommierter internationaler Künstler.

Das einzige Manko für den langjährigen Festivalenthusiasten Claus Arndt war, dass er in seiner Rolle als Geschäftsführer zu wenig Zeit hatte, sich die Konzerte anzuschauen. „Dennoch hatte ich das Glück, einige meiner Wunschformationen, zum Beispiel Braxton und The Bad Plus erleben zu dürfen, aber auch neue überraschende Entdeckungen zu machen wie Yegor Zabelov, Rubatong und Dorian Wood mit Ensemble Crush.“

Dank der erneuten Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), waren alle Konzerte im Live-Stream auf der moers festival Website zu sehen. So verfolgten unter anderem Fans aus den USA die Premiere von Ingrid Laubrocks (durch die Kunststiftung NRW gefördertes) Orchesterprojekt online: die Welt war zu Gast in Moers und moers strahlte in die Welt. Auch das Kulturradio WDR3 übertrug am Samstag live vom moers festival und zeichnete zudem weitere Konzerte für spätere Ausstrahlungen auf. 

 

Pressekontakt moers festival:
Eva Marxen  eva.marxen@moers-festival.de
Festivalbüro: Ostring 9, 47441 Moers, Tel: 02841 3673675