21.4.2017: Kann man an Pfingsten in Moers bleiben?

46. moers festival – Festivalprogramm – Teil 2

Mehr als 25 Konzerte und Aktionen an fünf Tagen, vom 1. bis 5. Juni, bei freiem Eintritt an verschiedenen Spielorten in der Moerser Innenstadt

Das Programm „Teil I – Festivalhalle" wird nun ergänzt mit „Teil II – Programm für Moers“. Das Programm für Moers gliedert sich in drei verschiedene Bereiche: das Festivaldorf rund um die Festivalhalle, den Park und die Innenstadt. 

I Festivaldorf

Das Außengelände an der Festivalhalle mitsamt Händlermarkt wird neu gestaltet und heißt ab sofort „Festivaldorf“. Hier sorgt der Künstler Rüdiger Eichholtz für Flair und Charme. Zentrum ist ein kommunikativer Dorfplatz, den Moerser Künstler, Jugendgruppen, Schulklassen, Arbeitssuchende und Refugees bereits zwei Wochen vor dem Festival gemeinsam liebevoll gestalten. 

Auf der Dorfplatz-Bühne treten über ein Dutzend Bands auf: Regionale Talente, krasses Zeug, Weltmusik, Tanzbares und Musik für Kinder. Für die kleinen Besucher gibt es zudem Angebote zum kreativen Spielen mit Musikinstrumenten, Heuballen und Tieren. Apropos Tiere: Wer mit dem Pferd kommt, bekommt zwei Bier (*) gratis! (* bzw. Getränke nach Wahl). 

Rund um den Dorfplatz wächst das bunte Festivaldorf aus Food-, Non-Food- und interaktiven Ständen und gemütlichen Sitzglegenheiten. Mittendrin ist außerdem ein Soundwald von Klangkünstler Achim Zepezauer zu finden. Noch sind wir offen für Neuzugänge und freuen uns über jede Bewerbung, die das Festivaldorf mit frischen Ideen bereichert. 

II Park

Der Stadtpark wird wieder zum Bindeglied zwischen Festivaldorf und Innenstadt. Auf der grünen Wiese bei den Maulwurfshügeln gibt es Woodstock-Feeling: Liedermacher aus Deutschland geben sich hier beim Liedermachermassaker die Klinkenkabel in die Hand. Sie kommen aus dem Osten wie Westen – und so mancher, der aus der Grafenstadt in die Welt gezogen ist, kehrt eigens zum Massaker reumütig und rheumatisch nach Moers zurück. 

Ist das Parkgelände tagsüber Experimentierfeld und Tummelplatz für Kunstaktionen, Malen, Bauen und Gestalten für Kinder und Erwachsene müssen nichtsahnende Passanten nachts damit rechnen, dass ihnen im Park vom ENNI-Piano-Mobil aufgelauert wird. 

Auf „Nepix Kull“ findet fast ein eigenes kleines Festival statt – mit Lagerfeuer-Konzerten (Picknick-Decken mitbringen!), einer Open-Air-Party und einer moers session am Morgen des Pfingstsonntags (siehe unten). 

Bildende Künstler aus dem Umfeld des Moerser Seewerk stellen im Stadtpark und im Festivaldorf Skulpturen und Installationen aus, wie Gisela Rietta Fritschis „Augenkreis“, Daniel Spellans „enjoy the music“ oder Anatol Herzfelds „Inselparlament“ mit  einen gigantischen Durchmesser von 25 Metern.

III Innenstadt

Gigantisches wird auch in der Innenstadt geboten. Bereits ab dem 1. Juni hat die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) die australischen Riesenmarionetten „snuff puppets“ engagiert, die gemeinsam mit den jungen kongolesischen Blechbläsern „Les Jeunes Talents“ und ihren Freunden aus dem Bergischen Land „BeLaKongo“ durch die Moerser Innenstadt ziehen – unübersehbar, unüberhörbar! Weitere Sponsoren werden noch gesucht!

Ab dem 2. Juni kommt das Festival mit exklusiven Konzerten in Kirchen, Schulaulen, das Schlosstheater, das Martinstift, Rathaus, Peschkenhaus, Bollwerk, Atlantic-Kino und das Jugendzentrum Zoff. An diesen Orten können die Moerser zusätzliche Konzerte von Acts aus der Festivalhalle erleben, unter anderem von ADHD 6, Yegor Zabelov, Ethan Iverson, The Bad Plus, Dorian Wood, Talibam!, Cocaine Piss, Mette Rasmussen, Satanique Samba Trio und ELEW solo. 

Die meisten dieser Konzerte sind kostenlos, für ein paar wenige wird ein Eintrittspreis von 10€, erm. 5€ erhoben, sofern man kein Festivalticket oder eine Tageskarte hat. An den alternativen Spielorten werden auch die Konzerte unserer Kooperationen mit dem MoJazz-Festival („John Wayne on Acid“) und dem NRW-Kultursekretariat („West-Östliche Saiten-Dialoge“) stattfinden. Rüdiger Eichholtz bringt aus unserer Partnerstadt Ramla Künstler mit.

Die traditionellen morning sessions gibt es weiterhin – nur, dass sie jetzt moers sessions heißen und sich verdoppelt haben: Drei mal morgens, drei mal nachts. Wie gewohnt kuratiert von Jan Klare. Eintritt frei –  teilweise an neuen Spielorten (Infos folgen). 

In der neue Reihe „discussions“ finden gleichberechtigte Unterhaltungen vernunftbegabter Personen statt: Dialoge zwischen Kulturen, Instrumentalisten und Sprachkünstlern mit Schlaglichtern auf Religion, Sexualität oder einstige Metropolen der Freiheit der Kunst. Avantgardist Thorsten Töpp kuratiert das in der Festivalhalle, dem Rathaus und der grünen Wiese stattfindende Format. 

Ebenfalls neu ist „moersify!“ – kleine, feine Auftritte von Künstlern aus dem Festivalprogramm, ganz nah und mitten in der Stadt: Von der Bassblockflöte in der Buchhandlung über den vom Tänzer begleiteten Friseurbesuch bis zum Espresso mit Schlagzeugsolo. Neben weiteren Läden suchen wir auch noch Kneipen, in denen zusätzliche Konzerte stattfinden können. 

Ein ausgewachsenes Programm wird es auch im diesjährigen Festivalzentrum „Die Röhre“ geben, wo wir alle zusammen mit der US-Band „Talibam!“ am Pfingstmontag das Festival 2017 surreal und anarchisch beschließen werden. 

Ein phantasievolles Beschilderungssystem für Ortsunkundige vom Bahnhof durch die Moerser Innenstadt zum Festivalgelände heißt „Kunstweiser“. Unter Mitwirkung von Schülergruppen soll hier ein Wegweisersystem von Holderberg bis New York entstehen. 

Wir freuen uns über Freiwillige, Volunteers, ehrenamtliche Helfer*innen, die Tickets abreißen, Flyer verteilen, Plakate hängen, Bierzeltgarnituren und Zelte auf- oder abbauen, Stühle stellen, Dinge von A nach B fahren, Nepix Kull von Entengrütze befreien, mit einem großen moers festival Aufkleber auf dem Auto herumfahren, den Backstage-Grill bedienen, eine Feuerschale im Park bewachen... Oder über Kuchen, selbst gemacht, niederrheinische Spezialitäten für unsere Künstler*innen und Helfer*innen, Kaffee …

Außerdem suchen wir schöne alte Teppiche für die Bühne in der Festivalhalle. 

Ein wichtiges Thema zum Schluß: Natürlich kann wieder gezeltet werden. Das bewachte Areal auf dem Gelände des Solimare sollte auch Pfingsten 2017 noch ausreichend Platz bieten. Für Wohnmobile wird es dieses Jahr aufgrund von Baustellen (betroffen ist der Platanenplatz) allerdings etwas eng; Wir werden Lösungen finden. Oder improvisieren!

In diesem Sinne wünschen wir hervorragende Wochen vor Pfingsten. Man kann an Pfingsten getrost in Moers bleiben, wenn man etwas von der Welt sehen und hören will.

Tim Isfort und das Team des moers festival 2017