News und Fakten aus aller Welt für die Mœrsferien!

... mindestens zwischen Irak und Iran, 2. April 2018

 

 

Diesen verspäteten Ostergruß, liebes mœrs festival - Publikum, schreibe ich aus der Luft - zwischen Aufenthalten in Zentralafrika und Indien, wo typisch mœrserische Spezialprojekte für Pfingsten vorbereitet werden. Gerade befinde ich mich über dem wilden Kurdistan, Richtung Abu Dhabi, um von dort weiter nach Ahmedabad zu reisen.

Nach fruchtbaren Besuchen in New York, Wien und Pyongyang, wo ich die Talibam! CP Unit, Georg Vogel mit Dsilton sowie die nordkoreanischen Musiker des staatlichen Nationaltheaters nach Moers einladen konnte, war ich eben noch für ein paar Tage im Kongo, um unsere Marimba/Madimba-Conférence gemeinsam mit zentralafrikanischen Künstlern weiterzuentwickeln.

Während der nächsten Tage werde ich mit indischen Musikern und einer Ethnologin in die Provinz Gujarat aufbrechen, um dort Musiker der afro-indischen Siddi community zu treffen. Siddi Traces: fünf Tage Mœrs-Labor im Nordwesten Indiens.

Zu Moers gehören diese unbetretenden Pfade. Genauso gehört dazu, aktuellen musikalischen Wagemut im Gepäck zu haben. Im Programm 2018 finden sich Protagonisten des Avantgarde Jazz wie Ralph Alessi (mit this against that feat. Ravi Coltrane), Rob Mazurek, Lester Mitchell oder Nate Wooley neben Bands aus Grenzbereichen wie Efterklang (mit dem Antwerpener Barockensemble B.O.X), Botox Family, Oxbow oder der wundersame Richard Dawson. Größen wie Peter Brötzmann oder Peter Erskine (mit der WDR Big Band unter Leitung von Vince Mendoza) treffen auf neue Impulsgeber wie die Irreversible Entanglements, Lumisokea, Schime Trio +2, Zeitverlust und die Horse Lords.

Die improviser in residence 2018 - Fledermaus Josephine Bode - leuchtet mit Dodo Kis und Pianist Ethan Iverson (letztes Jahr noch in Moers mit The Bad Plus) die Möglichkeiten der Blockflöte aus. Weitere Konstanten in Moers bleiben die von Jan Klare kuratierten mœrs sessions! und die 2017 von Thorsten Töpp eingeführten discussions!

Wir vertiefen also das, was 2017 begonnen wurde - Moers bleibt ein guter Ort für leuchtende Vögel aus allen Himmelsrichtungen, ob aus Afrika, Asien, Nord- und Südamerika, vom Balkan, aus den Pyrenäen, aus Paris, London, Wien, Amsterdam, Berlin, NRW oder dem Ruhrgebiet.

Keine bunten Vögel in Abu Dhabi ... egal, ich setze auf viele Pfingsttauben und ihren Weg an den Niederrhein, denn sie wissen, dass es keinen besseren Ort für frischen Wind und flammende Innovation gibt.

Ankunft Ahmedabad, Ortszeit 3:15 Uhr, freue mich auf den Sonnenaufgang kurz vor Bhuj ...

 

Tim Isfort