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Zweitausendundzwanzig, Zwanzichzwanzich, 2020 - und immer noch am Niederrhein... Zukunftsmusik das meiste, von dem ich als Kind geglaubt habe, wie eine Welt heute so aussehen müsste. Nach Orwell, Kubrick oder Hawking befindet sich das moers festival noch immer in seiner ziemlich eigenen Zeitkapsel und treibt irgendwie lost durchs All. Die nahende digital riechende Jahreszahl schert die scheinbar wild zusammengewürfelte subversive Besatzung aus langhaarigen Visionären, Zwergutopisten, Klangglücksrittern und Weltverdreherinnen kaum. Einzig den am Steuerpult grübelnden etwas dubios daherkommenden Schmuggelcommander beschleicht das mulmige Gefühl, dass hinter dem nächsten stilistischen Riss im improvisierten Kontinuum eine neue Dekade von ungehobelten Gegenentwürfen und abenteuerlichen Passagen doch noch überraschen könnte.

Unter dem milden Licht des Moerser Mondes erreicht ein Funkspruch (analog natürlich!) die Crew - die Versatzstückchen lassen zwischen den unregelmäßig wiederkehrenden Interferenzen eine weise, erfahren wirkende Stimme erkennen, die zugleich mutig und ein wenig gestört (aber dadurch auch sexy) klingt. "Miss Unimoers!" ruft der Schmuggelcommander erleichtert aus, "Hähä, gut Ihre Stimme mal wieder zu hören! Da sind Sie ja wieder...". "Ich war immer da.", tönt es sanft und etwa eine kleine Terz zu hoch aus dem Cockpitlautsprecher. "Ich werde immer dabei sein...". Kollektiv jubeln die erschöpften Zeitkapselreisenden, der Heimatfreude überbordend, ihre liebsten Stätten ganz bald endlich wiederzusehen: das Traumfahrtzentrum Solimare, das Mare Bettenkampium, das Wellness-Eldorado "Schlosspark-world", den Teilchenbeschleuniger "Röhre", die berüchtigte Schurkenkneipe Bollwerk 107 oder die moersifizierten Guerillaläden in der beengten Moerser Altstadt mit ihren Weltraumorgelkirchen.

Doch die Vorfreude endet jäh, als Miss Unimoers befiehlt: "Tacet!". Stille in der Kapsel - der Schmuggelcommander zieht nervös an seiner Digitalzigarette. "Ich habe seit 1972 schon viel gesehen, gehört und erlebt...". Pietätvolles Nicken im Cockpit, Unimoers führt weiter aus: "...und der gute Mond über Moers hat schon oft mit dem Kopf geschüttelt." Ängstliches geducktes Grinsen am Steuerhebel und an der 1/2 Zoll-Bandmaschine. "Wir befinden uns am Vorabend eines denkwürdigen Ereignisses. Wisst ihr das?" Die Zwerge und Glücksritterinnen nicken eifrig, der Commander fragt leicht errötend "Sie meinen, äh... nächstes Jahr... dass wir da nochmal ganz besonders...?". "Ja. Genau. Strengt euch nochmal richtig an, bevor..." An dieser Stelle reisst die Funkverbindung jäh ab. Keine Silbe mehr zu verstehen. Kommunikation beendet. Bis zum nächsten Wiedereintritt in die Grafschafter Umlaufbahn Pfingsten 2020... Tja.

Liebe Freunde, Weggefährten und Neuentdecker!

Vorabende kündigen Ereignisse an. Die Geschichte der Besatzung in der durch Genres und Szenen schwebenden Zeitkapsel und der geheimnisvollen Miss Unimoers wird also vermutlich erst Pfingsten 2020 in der Festivalhalle, im Moerser Schlosspark und der Stadt weiter Gestalt annehmen und spannend bleiben...

Die 49. Ausgabe des moers festival vom 29. Mai bis 01. Juni 2020 ist ein solcher Vorabend. Eine Ouvertüre, ein Intro, so aufwirbelnd, dass es merkwürdig wäre, wenn danach einfach alles beim Alten bliebe.

Vorabende kündigen Veränderungen an.

Befinden wir uns an einem Vorabend, wenn wir auf das blicken, was sich gerade politisch im Land abspielt? Befinden wir uns an einem Vorabend, wenn wir darauf blicken, wie es um unsere Freiheitsspielräume bestellt ist, wie fähig wir zur Menschlichkeit, zur Selbststeuerung, zur Demut sind?

Unser Weihnachtsschlager, das Early Bird Ticket, ist ab dem 04. November, 17:00 Uhr in limitierter Auflage für 130,00 € bzw. 65,00 € (inkl. Gebühren) ermäßigt unter www.moers-festival.de und an vielen Vorverkaufstellen erhältlich.

Also, ich darf ja nicht viel verraten - nur so viel: Unser Team durchkreuzt gerade wieder leidenschaftlich-wagemutig die Randmeere Äthiopiens, trifft alte Freunde im Manhattan der Schlaghosen, in französischen Maifeldern, chinesisch-Indonesien, kinetisch-Elektronien, springt flugs ins Kampanien des 16. Jahrhunderts und zettelt, kaum zurück, neue Kollaborationen in unseren geheimen Laboren an.

Und noch was Schönes zum Schluss: Die Ticketpreise bleiben auch 2020 niederrheinisch platt.

Ich wünsche uns allen einen prima Ausklang des Jahrzehnts
Tim Isfort

Alle Jahre wieder können Fans und Neuentdecker des moers festival in den Genuss eines limitierten Tickets zu 130 € (ermäßigt 65 €) kommen. Der Vorverkauf startet ab sofort! Erhältlich an vielen Vorverkaufsstellen und hier.

Fly me to the moon... to mars...? To Moers! Der Early Bird ist gestartet. Catch it if you can!

Emilio Gordoa, der Moerser Improviser in Residence, steckt nach wie vor voller Pläne! So wird Moers als eine von drei Städten Teil des Soundtrips NRW Festivals. Emilio hat nicht nur die aktuellen Soundtrips Artists eingeladen, sondern noch zwei Formationen dazu. Freuen wir uns also auf ein komplexes, abwechselungsreiches Programm!

Die Soundtrips Artists sind der norwegische Saxophonist Torben Snekkestad, der verschiedenste Stile zu einem einzigartigen persönlichen Ausdruck verschmiltzt, sowie der britische Klangkünstler David Toop, der elektronisch und installativ arbeitet. Beide Künstler werden zunächst solistisch zu erleben sein. Aus Berlin kommt das Trio Gratkowski/Kaufmann/de Joode zu uns, alles ausgewiesene Spitzenkönner. Achim Kaufmann war Teil von Emilios Quintett MOVE beim letzten moers festival. Emilio selbst spielt zusammen mit dem Essener Soundtrips-Kurator Florian Walter, Festival- und Residenzbesuchern kein Unbekannter.

Also ein sehr vielschichtiges Programm, das Raum für das Unbekannte, Unvorhergesehene lässt. Seien wir gespannt, welche spontanen Allianzen die hochkarätigen Künstler bilden werden.

Die Künstler
Torben Snekkestad (N) - Saxophon
David Toop (GB) - Electronics
Emilio Gordoa (MEX) - Vibraphon, Perkussion
Frank Gratkowski (D) - Saxophon
Achim Kaufmann (D) - Klavier
Wilbert de Joode (NL) - Kontrabass
Florian Walter (D) - Saxophone und Klarinetten


Soundtrips NRW Festival
Donnerstag 31.10., 20 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr)
Aula Gymnasium Filder Benden
Zahnstr. 43
47447 Moers

Karten zu 16.-/8.- an der Abendkasse
www.soundtrips-nrw.de

Sonntag, 20.10.19 / 18 Uhr / Studio des Schlosstheater Moers / Am Kastell / AK 12,-

Wild Sonico

 

In seinem nächsten Konzert bringt unser improviser in residenceEmilio Gordoa drei Musiker aus seiner mexikanischen Heimat zusammen. Im Rahmen seiner Reihe Wild Sonico freuen wir uns auf den mexikanisch-katalanischen Saxophonisten Don Malfon, einer der führenden Protagonisten des erweiterten Saxophons. Außerdem ist der mexikanisch-neuseeländische Gitarrist Misha Marks zu erleben, der der Aura seines Instruments unerhörte Farben abgewinnt.
Zusammen mit Emilio bilden sie LaTripa und nehmen den Zuschauer mit auf einen Trip in unbekannte Klangdimensionen. La Tripa wurde 2016 in Berlin gegründet und kreiert eine eigene musikalische Landschaft voller eigenwilliger Schönheit. Das Unerwartete und die feinen Dialoge der Protagonisten schaffen dabei eine besondere Spannung.
Es gibt auch ein Wiedersehen mit Emilios Lebensgefährtin Lena Czerniawska. Sie wird die Klangaktionen zeichnerisch transformieren.

LaTripa
Don Malfon - Saxophon, Präparationen
Musha Marks, E-Gitarre, Baritonhorn
Emilio Gordoa - Vibraphon, Elektronik

Special Guest
Lena Czerniawska - Live-Zeichnungen

https://www.schlosstheater-moers.de/?produktion=wildsonico

Freitag, 27.09.2019 | Einlass: 19.30 Uhr // Beginn: 20.00 Uhr | VVK: 10 € inkl. Gebühren // AK: 12 € | Die Röhre, Weygoldstr. 10, 47441 Moers

mœrs festival at the clubs presents: Satanique Samba Trio (BRA)

Nach dem Festival ist vor dem Festival. Wir gehen wieder in die Clubs der Stadt und haben das Satanique Samba Trio aus Brasilien im Gepäck!
Das Santanique Samba Trio wurde 2003 einzig aus dem Grund gegründet, eine eigenwillige Macht in der Brasilianischen Musiklandschaft darzustellen.
Von Samba zu Forró von Bossa Nova zu Lambada - Von Anfang an fügt dieses Quintett, manchmal auch Sextett, aus Brasilia Dissonanzen und Provokation zu ihrem musikalischen Ursprung hinzu. Die Musik folgt einer einfachen, aber fruchtbaren ästhetischen Regel: Die Dekonstruktion der am häufigsten auftauchenden Klischees der Brasilianischen Volksmusik. Diese Einstellung erklärt wahrscheinlich auch den Bandnamen: „Satan“ stammt vom Hebräischem Ha-Satan und bedeutet „der Ankläger“ oder „der Widersacher“.
Mit anderen Worten, wenn du jemals wissen wolltest, wie traditionelle Brasilianische Musik auf infernalische Weise klingen würde, dann ist das Satanique Samba Trio der schnellste und coolste Weg!

https://www.facebook.com/SataniqueSambaTrio
https://www.youtube.com/embed/ZuwIrrNWTgc
https://www.reservix.de/tickets-moers-festival-at-the-clubs-satanique-samba-trio-in-moers-die-roehre-am-27-9-2019/e1431047

Wild, frei und eigensinnig –  handverlesen, unerwartet und grenzüberschreitend.
Seit 1972 bricht das mœrs festival mit Normalitätserwartungen an Musik und ist ein Versprechen an das Ungezähmte jenseits des Mainstreams. Für die 48. Festivalausgabe fordert das mœrs festival: „Strengt euch an!“
Wir haben uns angestrengt und es ist gewiss, dass wir euch kein Festival verpassen, nach dem ihr beruhigt und widerspruchslos nach Hause geht. Mit Experimenten, Schwerpunkten, Statements, Ausbrechern, Piraten und Gefährten behauptet mœrs das stete doch! in einer verwirrenden Welt, die dringend Utopien und Träume braucht.

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Pressemitteilung mœrs festival // 16. April 2019

Das mœrs festival freut sich über erhöhte Förderung durch das Land NRW für 2019Rechtzeitig zur Programmbekanntgabe für das 48. mœrs festival an Pfingsten 2019 erreichte die Verantwortlichen der Moers Kultur GmbH eine weitere überaus positive Nachricht aus Düsseldorf: Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW fördert das Festival 2019 mit 200.000 €. Mit der damit verbundenen Erhöhung der Fördersumme um 50.000 € folgt damit das Land NRW dem Signal des Bundes von Ende 2018. Die BKM (die Beauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung) hatte die jährliche Förderung von 150.000 € auf 250.000 € bis einschließlich 2023 erhöht und für das Jubiläumsjahr 2021 weitere 150.000 € in Aussicht gestellt.„Das Land zeigt mit dieser Aufstockung seine Wertschätzung für unsere Arbeit und gibt uns damit einen Vertrauensvorschuss sowie die Perspektive, auch küntig konsequent künstlerisch arbeiten zu können. Das mœrs festival sieht sich als besonderen und weltweit vielleicht einmaligen Ort, an dem seit fast fünf Jahrzehnten etwas Besonderes stafindet: es setzt Impulse, hinterfragt, unterwandert, ist mutig, kritisch, anachronistisch und spielt jedes Jahr aufs Neue mit Erwartungshaltungen. Ich finde es großartig, dass unsere Anstrengungen von allen Fördergebern so deutlich goutiert werden!“ erklärt der künstlerische Leiter Tim Isfort.Die Aufsichtsratsvorsitzende Carmen Weist ist begeistert: „Ich freue mich riesig über diese tolle Nachricht aus Düsseldorf. Nach der Förderzusage aus Berlin ist diese Wertschätzung der Landesregierung für die Arbeit des Teams um Tim Isfort und Claus Arndt ein weiterer ganz wichtiger Baustein, das mœrs festival für die Zukunft zu sichern und dessen Weiterentwicklung zu gewährleisten. Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang das großartige Engagement und parteiübergreifende Zusammenspiel der Akteure auf der kulturpolitischen Ebene: Mit Kerstin Radomski und Siegmund Ehrmann haben zwei Protagonisten aus Moers über Monate gemeinsam daran gearbeitet, die Bedeutung des Festivals für die improvisierte Musik auf verschiedenen Ebenen herauszustellen.“ Auch Claus Arndt, Geschäftsführer der Moers Kultur, freut sich über die Botschaft: „Durch diese zusätzliche Erhöhung können wir seriös daran arbeiten, den Spagat zu meistern, einerseits die inhaltliche Strahlkraft des Festivals zu stärken und andererseits die in der Vergangenheit entstandenen strukturellen Defizite sukzessive in den Griff zu bekommen. Das Vertrauen des Landes freut mich und ist für mich auch Ausdruck der Anerkennung unserer transparenten und offensiven Arbeit der vergangenen beiden Jahre. Das Land NRW ist schließlich einer unserer wichtigsten Partner."

Wir freuen uns sehr, mit dem mexikanischen Vibraphonisten und Schlagzeuger Emilio Gordoa Rodriguez eine außergewöhnliche Persönlichkeit der jungen zeitgenössischen Improvisationsszene als neuen improviser in residence gewonnen zu haben. Emilio Gordoa ist ein Musterbeispiel der jüngeren Generation hochinteressanter Improvisatoren, die sich besonders durch inhaltliche und stilistische Vielfalt auszeichnen und auf eine exzellente und breite künstlerische Ausbildung zurückblicken können.

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Der improviser in residence 2019 stellt sich vor

Seit 2008 gibt es den improviser in residence des moers festival. Eine signifikante und bedeutende Persönlichkeit der internationalen Jazz- und Improvisationsszene bereichert Moers ein Jahr lang mit vielen Projekten, Konzerten und seiner/ihrer Anwesenheit im kleinen Haus am Kastell. Seit Januar lebt dort die Amsterdamerin Josephine Bode und übergibt nun an ihren Nachfolger.

Wer das nun ist, ist noch streng geheim. Erst kurz vorm Übergabekonzert wird Tim Isfort, künstlerischer Leiter des Festivals, das Geheimnis lüften. „Aber wir können schon sagen, dass es sich wieder um einen spannenden Künstler abseits des Erwartbaren handeln wird.“ Denn auch bei der Wahl des improvisers möchte Isfort überraschen und Klischees vermeiden. So sorgte die Nominierung von Josephine Bode zunächst für Irritationen, ist sie doch studierte Blockflötistin und Performancekünstlerin. „Wir sehen das Festival in einem viel weiteren Horizont als „nur“ Jazz in seinen Spielarten vorzustellen. Die Wahl des improvisers soll dies mit abbilden.“
Aber so wie Bode mit ihrer charismatischen Natürlichkeit die Herzen ihrer Zuschauer im Sturm erobert hat, dürfen wir uns sicher auf eine interessante Wahl bei ihrem Nachfolger freuen. Die beiden haben schon verabredet, ein ganz intimes Duokonzert zu spielen, bei der sie ihre Kunst in allen Facetten aufleuchten lassen.
Das Konzert findet am 12. Januar 2019 in der Aula des Gymnasiums Filder Benden statt. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Es wird aber um Spenden gebeten.

Heute erreichten das moers festival wunderbare Neuigkeiten aus Berlin: Der Bund wird das moers festival ab 2019 mit jährlich 250.000 € und zum 50. Jubiläum im Jahr 2021 sogar mit 400.000 € unterstützen. Ursprünglich sollte die auf drei Jahre begrenzte Förderung i.H.v. 150.000 € 2019 auslaufen. Kerstin Radomski (CDU), Mitglied im Haushaltsausschuss und direkte gewählte Bundestagsabgeordnete im hiesigen Wahlkreis wie auch ihr Vorgänger Siegmund Ehrmann (SPD) haben sich in den letzten Wochen sehr für den Erhalt der Bundesförderung engagiert.

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mœrs festival weiter mit Isfort

 

In der jüngsten Aufsichtsratssitzung der Moers Kultur GmbH wurde Geschäftsführer Claus Arndt einstimmig damit beauftragt, mit Tim Isfort, dem künstlerischen Leiter des mœrs festival, über die Verlängerung seines Ende 2019 auslaufenden Vertrags zu verhandeln. Für Tim Isfort, der jetzt schon in den Vorbereitungen für das 48. Festival nächstes Jahr steckt, ist das ein eindeutiges Signal, dass er mit mit den letzten beiden Festivals den richtigen Weg eingeschlagen hat ...

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