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Morton Feldman - Rothko Chapel (1971) für Sopran, Alt, gemischten Chor und Instrumente

Melancholie des Verschwindens

Merle Bader, Madeline Cain, Rebecca Chammas, Julia Hagenmüller, Maria Portela Larisch, Theresa Szorek (soprano) / Milena Haunhorst, Linda Kruse, Irina Makarova, Eva Marti, Filippa Möres-Busch, Hanna Schäfer (alto) / Ilja Aksionov, Felix Leander Läpple, Clemens Liese, Benjamin Mahns-Mardy (tenor) / Maximilian Bischofberger, Ansgar Eimann, Jean-Baptiste Mouret, Frederik Schauhoff (bass) / Margot Le Moine (vla), Ling Zhang (perc), Jiyoon Hyun (pf), Leh-Qiao Liao (cond)

Bühne Kastellplatz

Morton Feldmans Rothko Chapel ist ein stilles, kontemplatives Werk für gemischten Chor, Viola, Celesta und Schlagzeug. Es entstand in enger Verbindung zur Rothko Chapel – einem interreligiösen Andachtsraum, geprägt von den großformatigen, dunklen Farbfeldern von Mark Rothko.

Wie der Raum selbst wirkt auch die Musik reduziert und nach innen gerichtet: schwebende Klangflächen, fragile Gesten und lange Stillephasen erzeugen eine meditative Atmosphäre. Feldman überträgt die visuelle Erfahrung der Kapelle in Klang – Zeit scheint gedehnt, Form tritt zurück zugunsten intensiver Wahrnehmung.


Im Zentrum eines besonderen Konzertformats beim moers festival 2026 steht das Werk von Morton Feldman, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. In einem zeitlich entgrenzten Setting – vom späten Abend bis tief in die Nacht – erklingen zentrale Werke wie „Rothko Chapel”, Two Pieces for Cello and Piano und weitere Werke. Diese lange, stille, jazzfreie Aufführung nutzt die Kraft von Langsamkeit und Raum: Durch mehrkanalige Klangübertragungen entsteht vor der Hauptbühne ein fragiles, sich im Raum verteilendes Klangfeld. Das Publikum kann frei wandern, Klangpositionen erkunden, sich verlieren – im Anschluss an Rothko Chapel auch in Kirchen, Parks, auf dunklen Wegen. Die “Melancholie des Verschwindens“ wird physisch erfahrbar: Die Musik löst sich auf, der Raum versinkt in Stille, die Zuhörenden bleiben mit ihren Assoziationen allein.

Feldmans Musik – geprägt von Schwebe, Ruhe und der Abwesenheit von Dramaturgie – eröffnet mikroskopische Klangräume, in denen Zeit sich dehnt und Bedeutung sich auflöst. Wie in Rothkos Gemälden wird Klang zum Zustand, zur Fläche, zur Dauer. Das Programm „Melancholie des Verschwindens“ ist 2026 eine Einladung zum kontemplativen Hören und zum Eintauchen in eine andere, traumhafte Wirklichkeit.


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